Multi-Account vs. Multi-Brand: HubSpot für mehrere Marken & Holdings
Zuletzt aktualisiert: 21.05.2026
Viele Unternehmen wachsen heute nicht mehr nur mit einer einzigen Marke oder Gesellschaft. Es entstehen Holdings, Tochtergesellschaften, Landesgesellschaften oder neue Geschäftsbereiche durch Zukäufe und Expansionen.
Spätestens bei der CRM-Einführung stellt sich dann die entscheidende Frage: Wie bildet man mehrere Marken, Business Units oder Gesellschaften sauber in HubSpot ab?
Genau hier entstehen häufig strategische Fehler, die später teuer werden:
falsche Datenstrukturen, komplizierte Berechtigungen, fehlende Trennungen oder unnötig hohe Komplexität.
In diesem Artikel zeigen wir Dir:
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wann ein einzelnes HubSpot-Portal ausreicht,
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wann HubSpot Brands sinnvoll sind,
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wann Du mehrere HubSpot Accounts benötigst,
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welche Vor- und Nachteile die jeweiligen Ansätze haben,
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und worauf Du bei der Planung unbedingt achten solltest.
Die Inhalte basieren auf konkreten Projekterfahrungen aus über 400 HubSpot-Projekten im DACH-Raum.
Warum das Thema Multi-Brand und Multi-Account in HubSpot so wichtig ist
Viele Unternehmen starten zunächst mit einem einzigen CRM-Setup. Doch mit der Zeit entstehen häufig neue Anforderungen:
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mehrere Marken
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unterschiedliche Länderorganisationen
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Tochtergesellschaften
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verschiedene Vertriebsprozesse
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unterschiedliche Datenmodelle
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getrennte Teams
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rechtliche Anforderungen an die Datentrennung
Spätestens dann reicht ein Standard-Setup oft nicht mehr aus.
Die gute Nachricht: HubSpot bietet mittlerweile mehrere Möglichkeiten, um komplexe Unternehmensstrukturen professionell abzubilden.
Die Herausforderung: Nicht jede Lösung passt zu jedem Geschäftsmodell.
Die 3 Möglichkeiten, mehrere Marken oder Gesellschaften in HubSpot abzubilden
Grundsätzlich gibt es drei Strategien:
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Ein HubSpot-Portal mit Teams
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HubSpot Brands (ehemals Business Units)
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Multi-Account-Management mit mehreren HubSpot-Portalen
Welche Variante sinnvoll ist, hängt stark von Deiner Unternehmensstruktur ab.
Variante 1: Ein HubSpot-Portal mit Teams
Die einfachste Variante ist ein einzelnes HubSpot-Portal.
Hier arbeitest Du mit:
- Teams
- Berechtigungen
- gemeinsamen Daten
- gemeinsamen Prozessen
Diese Lösung eignet sich besonders für:
- kleinere Unternehmen
- internationale Teams mit ähnlichen Prozessen
- Business Units mit enger Zusammenarbeit
- Unternehmen mit einer gemeinsamen Marke
Vorteile
- Geringe Komplexität – Nur ein Portal bedeutet:
- einfache Administration
- einheitliche Prozesse
- zentrale Datenbasis
- Kosteneffizient: Du benötigst keine zusätzlichen Enterprise-Strukturen oder mehrere Accounts.
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Gemeinsame Datenbasis: Alle Teams arbeiten auf denselben Kontakten, Unternehmen und Deals.
Nachteile
- Begrenzte Trennung: Die Teams sind logisch getrennt, aber nicht technisch.
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Schwieriger bei unterschiedlichen Marken – Unterschiedliche:
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Domains
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Designs
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Webseiten
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Markenwelten
lassen sich nur eingeschränkt abbilden.
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Problematisch bei rechtlichen Anforderungen: Wenn Daten strikt getrennt sein müssen, reicht diese Variante oft nicht aus.
Variante 2: HubSpot Brands (Business Units)
Die zweite Möglichkeit ist die Nutzung von HubSpot Brands. Damit kannst Du mehrere Marken innerhalb eines einzigen HubSpot-Portals verwalten.
Typische Einsatzbereiche
- Holding mit mehreren Marken
- Buy-and-Build-Strategien
- verschiedene Produktmarken
- internationale Markenauftritte
- mehrere Webseiten und Domains
Was Du mit HubSpot Brands machen kannst
Mit HubSpot Brands kannst Du unter anderem:
- mehrere Domains verwalten
- unterschiedliche Webseiten hosten
- verschiedene Landingpages erstellen
- getrennte E-Mail-Templates nutzen
- eigene Dashboards je Marke erstellen
- unterschiedliche Brandings abbilden
Die Marken arbeiten dabei weiterhin innerhalb eines gemeinsamen CRM-Systems.
Die große Stärke von HubSpot Brands
Die größte Stärke liegt in der Kombination aus:
- zentraler Datenbasis
- gemeinsamer Infrastruktur
- separater Markensteuerung
Ein gutes Beispiel ist ein Kaufhaus: Verschiedene Marken treten unterschiedlich auf, nutzen aber dieselbe Infrastruktur im Hintergrund.
Vorteile von HubSpot Brands
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Einheitliches CRM: Alle Daten liegen zentral vor.
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Gemeinsame Auswertungen: Reports und Dashboards können markenübergreifend genutzt werden.
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Weniger technische Komplexität: Im Vergleich zu mehreren Portalen bleibt die Administration deutlich einfacher.
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Skalierbarkeit für Marketing: Mehrere Webseiten, Domains und Markenauftritte lassen sich sauber steuern.
Nachteile von HubSpot Brands
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Keine echte Datentrennung: Alle Daten liegen weiterhin im selben Portal.
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Einschränkungen bei einzelnen Funktionen: Nicht jede HubSpot-Funktion unterstützt Brands vollständig. Beispielsweise benötigen separate Wissensdatenbanken zusätzliche Add-ons.
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Komplexere Berechtigungen: Je mehr Marken hinzukommen, desto wichtiger wird ein sauberes Rollen- und Rechtekonzept.
Variante 3: Multi-Account-Management in HubSpot
Die dritte und leistungsfähigste Variante ist das sogenannte Multi-Account-Management.
Hier nutzt jede Gesellschaft ein eigenes HubSpot-Portal. Diese Portale können anschließend miteinander verbunden werden.
Wann Multi-Account-Management sinnvoll ist
Diese Lösung eignet sich besonders für:
- große Unternehmensgruppen
- Holdings
- internationale Konzerne
- unterschiedliche Datenmodelle
- stark abweichende Prozesse
- rechtlich getrennte Gesellschaften
- hohe Datenschutzanforderungen
Die Vorteile von mehreren HubSpot-Portalen
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Klare Datentrennung: Jede Gesellschaft arbeitet vollständig separat.
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Eigene Prozesse pro Gesellschaft: Jedes Portal kann individuell aufgebaut werden:
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Pipelines
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Properties
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Automationen
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Berechtigungen
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Reports
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Höchste Flexibilität: Die Systeme können individuell weiterentwickelt werden.
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Rechtliche Sicherheit: Besonders relevant bei sogenannten „Chinese Wall“-Anforderungen. Dabei müssen Daten technisch voneinander getrennt gespeichert werden.
Die Nachteile von Multi-Account-Management
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Hohe Komplexität: Mehrere Portale bedeuten:
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mehr Administration
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mehr Governance
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mehr Abstimmungsaufwand
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Höhere Kosten: Mehrere Enterprise-Portale verursachen zusätzliche Lizenzkosten.
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Strategischer Abstimmungsbedarf. Es muss klar definiert werden:
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welche Daten gespiegelt werden,
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welche Prozesse zentral sind,
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welche Teams Zugriff erhalten.
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Multi-Brand oder Multi-Account: Die entscheidende Frage
Die wichtigste Frage lautet nicht: „Wie viele Marken haben wir?“
Sondern: „Wie unterschiedlich arbeiten diese Organisationen wirklich?“
Denn genau das entscheidet über die optimale HubSpot-Architektur.
Wann ein einzelnes Portal meistens ausreicht
Ein einzelnes Portal ist oft sinnvoll, wenn:
- die Prozesse ähnlich sind,
- Teams eng zusammenarbeiten,
- dieselben Daten genutzt werden,
- gemeinsame Reports benötigt werden,
- keine strikte Datentrennung notwendig ist.
Wann HubSpot Brands die beste Lösung sind
HubSpot Brands eignet sich hervorragend, wenn:
- mehrere Marken existieren,
- aber gemeinsame Prozesse genutzt werden,
- Marketing zentral gesteuert wird,
- mehrere Webseiten betrieben werden,
- eine gemeinsame CRM-Datenbasis sinnvoll ist.
Wann mehrere HubSpot-Accounts sinnvoll werden
Mehrere Portale solltest Du prüfen, wenn:
- Gesellschaften stark unterschiedlich arbeiten,
- verschiedene Datenmodelle existieren,
- rechtliche Trennungen notwendig sind,
- Landesgesellschaften unabhängig agieren,
- eigene Governance-Strukturen bestehen,
- oder hohe Enterprise-Anforderungen vorliegen.
Typische Fehler bei Multi-Brand-Setups
In der Praxis sehen wir häufig dieselben Probleme:
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Zu früh technisch entscheiden: Viele Unternehmen starten direkt in HubSpot, ohne die Prozesse vorher sauber zu definieren.
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Fehlende Governance: Wer darf was sehen?, Wer verwaltet globale Prozesse? – Diese Fragen werden oft zu spät geklärt.
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Zu komplexe Strukturen: Nicht jede Marke benötigt automatisch ein eigenes Portal.
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Fehlende Skalierbarkeit: Das Setup funktioniert heute — aber nicht mehr nach dem nächsten Zukauf oder der internationalen Expansion.
Unsere Empfehlung aus der Praxis
Bevor Du Dich für ein Setup entscheidest, solltest Du immer zuerst folgende Fragen beantworten:
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Wie stark unterscheiden sich die Prozesse?
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Müssen Daten rechtlich getrennt werden?
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Wie arbeiten die Teams zusammen?
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Gibt es unterschiedliche Datenmodelle?
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Wie stark soll zentralisiert werden?
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Wie sieht die Wachstumsstrategie aus?
Erst danach sollte die technische Architektur definiert werden.
Fazit: Die richtige HubSpot-Struktur entscheidet über Skalierbarkeit
Die Entscheidung zwischen:
- Teams,
- HubSpot Brands
- oder Multi-Account-Management
ist keine reine technische Frage.
Sie entscheidet darüber:
- wie effizient Teams arbeiten,
- wie sauber Daten strukturiert sind,
- wie skalierbar Prozesse werden,
- und wie flexibel Dein Unternehmen in Zukunft wachsen kann.
Gerade bei Holdings, internationalen Strukturen oder mehreren Marken lohnt sich eine strategische Vorplanung enorm.
Denn ein falsch aufgebautes CRM wird später schnell teuer.
Als zertifizierter HubSpot Diamant Partner unterstützen wir Unternehmen dabei, dabei, komplexe HubSpot-Architekturen strategisch sauber aufzusetzen — von Multi-Brand-Setups bis hin zu internationalen Multi-Account-Strukturen. Gemeinsam analysieren wir:
- Deine Unternehmensstruktur
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FAQ – Multi-Account-Management & HubSpot Brands
HubSpot Brands ermöglicht es Dir, mehrere Marken innerhalb eines einzigen HubSpot-Portals zu verwalten. Dabei teilen sich alle Marken eine gemeinsame Datenbasis.
Beim Multi-Account-Management arbeitet hingegen jede Gesellschaft oder Business Unit in einem eigenen HubSpot-Portal. Diese Portale können anschließend miteinander verbunden werden.
Kurz gesagt:
- HubSpot Brands = mehrere Marken in einem CRM
- Multi-Account-Management = mehrere separate CRM-Systeme mit Verbindungsmöglichkeiten
HubSpot Brands eignet sich besonders dann, wenn:
- mehrere Marken existieren,
- aber ähnliche Prozesse genutzt werden,
- Marketing zentral gesteuert wird,
- eine gemeinsame CRM-Datenbasis sinnvoll ist,
- und keine strikte Datentrennung notwendig ist.
Typische Beispiele:
- Produktmarken
- internationale Webseiten
- Buy-and-Build-Strukturen
- Tochtermarken unter einer Dachmarke
Mehrere HubSpot-Portale machen vor allem Sinn bei:
- Holdings
- Konzernen
- rechtlich getrennten Gesellschaften
- unterschiedlichen Datenmodellen
- stark abweichenden Prozessen
- hohen Datenschutz- oder Compliance-Anforderungen
Besonders bei sogenannten „Chinese Wall“-Anforderungen ist ein separates Portal oft notwendig.
Ja. Genau dafür wurde die HubSpot Brands-Funktion entwickelt.
Du kannst:
- unterschiedliche Domains verbinden,
- eigene Webseiten betreiben,
- separate E-Mail-Templates nutzen,
- verschiedene Dashboards erstellen,
- und unterschiedliche Markenauftritte verwalten.
Die Daten liegen dabei trotzdem zentral in einem CRM-System.
Ja. Die Brands-Funktion ist nur mit mindestens einem Enterprise-Hub verfügbar.
Das betrifft beispielsweise:
- Marketing Hub Enterprise
- Sales Hub Enterprise
- Service Hub Enterprise
Ja. Es gibt dafür mehrere Möglichkeiten:
- zusätzliche Website-Domains
- HubSpot Brands
- oder mehrere Portale
Welche Variante sinnvoll ist, hängt davon ab:
- wie stark sich die Marken unterscheiden,
- wie getrennt die Prozesse sind,
- und wie die Datenstruktur aufgebaut werden soll.
Ja. Über das Multi-Account-Management können bestimmte Daten gespiegelt oder synchronisiert werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Kontakte
- Kampagnen
- Templates
- Landingpages
- ausgewählte Datensätze
Wichtig ist dabei eine klare Governance, damit sauber definiert ist, welche Daten synchronisiert werden dürfen.
„Chinese Wall“ beschreibt die technische und rechtliche Trennung von Daten zwischen verschiedenen Gesellschaften.
Das bedeutet:
- Daten dürfen nicht gemeinsam gespeichert werden,
- Teams dürfen keinen gegenseitigen Zugriff erhalten,
- und Systeme müssen sauber voneinander getrennt sein.
In solchen Fällen sind meist mehrere HubSpot-Portale notwendig.
Ja, häufig sogar sehr gut.
Wenn:
- dieselben Prozesse genutzt werden,
- Teams eng zusammenarbeiten,
- und nur unterschiedliche Sprachen oder Märkte bestehen,
reicht oft ein einzelnes Portal mit Teams und Berechtigungen aus.
Bei stark unterschiedlichen Prozessen oder Marken kann hingegen ein Multi-Brand- oder Multi-Account-Setup sinnvoller sein.
Key Takeaways:
- 3 mögliche Setups: HubSpot bietet Teams, Brands und Multi-Account-Management für unterschiedliche Unternehmensstrukturen.
- HubSpot Brands: Ideal für mehrere Marken mit gemeinsamer Datenbasis und ähnlichen Prozessen.
- Multi-Account-Management: Sinnvoll bei Holdings, Tochtergesellschaften oder klar getrennten Datenstrukturen.
- Mehrere Portale: Sorgen für maximale Flexibilität, erhöhen aber die technische Komplexität.
- Datenschutz & Governance: Spielen bei Multi-Brand- und Multi-Account-Setups eine zentrale Rolle.
- Strategie vor Technik: Prozesse und Anforderungen sollten immer vor dem Setup definiert werden.